{"id":55,"date":"2020-12-03T10:00:00","date_gmt":"2020-12-03T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/newblog.colorgate.com\/de\/2020\/12\/03\/2246-kalibrierung-klargestellt-teil-2-von-2\/"},"modified":"2025-12-18T15:28:01","modified_gmt":"2025-12-18T14:28:01","slug":"2246-kalibrierung-klargestellt-teil-2-von-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.colorgate.com\/de\/2246-kalibrierung-klargestellt-teil-2-von-2\/","title":{"rendered":"Kalibrierung klargestellt (Teil 2 von 2)"},"content":{"rendered":"\n<p>Komplexe Technologie erfordert klare Begrifflichkeiten. ColorGATE-CEO Thomas Kirschner erkl\u00e4rt, warum im digitalen Farbmanagement Kalibrierung und Charakterisierung unterschieden werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Charakterisierung der Maschine in der Software<\/h3>\n\n\n\n<p>Im letzten Artikel haben wir uns mit dem Thema Kalibrierung besch\u00e4ftigt. Oder besser gesagt: mit der Maschinenkalibrierung. Sie erinnern sich vielleicht, dass wir die folgende begriffliche Differenzierung eingef\u00fchrt haben:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die <strong>Kalibrierung<\/strong> ist vor allem Hardware-bezogen und stellt die Farbdifferenzierungsm\u00f6glichkeiten der Druckmaschine grunds\u00e4tzlich sicher<\/li>\n\n\n\n<li>Die <strong>Charakterisierung<\/strong> dient dazu, die Einstellungen der datenliefernden (RIP-)Software auf die Eigenschaften der Druckmaschine abzustimmen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zwischen zwei Welten: die Linearisierung in der Software<\/h3>\n\n\n\n<p>Was bedeutet diese Unterscheidung f\u00fcr die Linearisierung, die Sie in der datengebenden Software erstellen k\u00f6nnen? Die Linearisierung hat eine Sonderrolle zwischen Kalibrierung und Charakterisierung, denn sie steht gewisserma\u00dfen zwischen den Welten: einerseits ist sie bereits auf der Software-Seite verortet, andererseits dient sie den gleichen Zielen wie die vorhergehende Maschinenkalibrierung \u2013 dem Sicherstellen der Farbdifferenzierungsm\u00f6glichkeiten des Druckers.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Linearisierung wird eine Testform, das sogenannte Target, mit Abstufungen der Prim\u00e4rfarben gedruckt und wieder eingemessen. Anhand dieses Targets ist es m\u00f6glich, den Punkt zu bestimmen, an dem bei einer Farbe kein Dichtezuwachs mehr zu erkennen ist. Diese kann als neuer hundertprozentiger Farbauftrag festgelegt werden. Anhand eines Algorithmus wird eine Korrekturkurve berechnet, die den Farbauftrag f\u00fcr die Abstufungen der Prim\u00e4rfarben neu verteilt, so dass ein linearer Tonwertzuwachs gew\u00e4hrleistet ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auftritt des Dirigenten: Software und Hardware aufeinander abstimmen<\/h3>\n\n\n\n<p>Um beim Bild des vorigen Artikels zu bleiben: die Druckmaschine ist nun gestimmt und bereit, \u201cMusik zu machen\u201d. Kommen wir nun zur <strong>Charakterisierung<\/strong> des Drucksystems. Nachdem wir im ersten Schritt daf\u00fcr gesorgt haben, dass die Farbdifferenzierungsm\u00f6glichkeiten unseres Drucksystems generell sichergestellt sind, geht es nun darum, die Einstellungen unserer datengebenden (RIP-)Software korrekt auf die Eigenschaften des Druckers abzustimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Charakterisierung des Drucksystems erfolgt durch die Profilierung, also die Erstellung eines ICC-Profils. Der Begriff der Profilierung wird oft und gerne mit der Kalibrierung eines Drucksystems vermischt. Dabei ist die Kalibrierung vielmehr die Voraussetzung f\u00fcr die Erstellung eines hochwertigen ICC-Profils \u2013 je linearer eine Druckmaschine druckt, desto genauer kann uns das ICC-Profil Auskunft \u00fcber seinen Farbraum geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn genau das tut das ICC-Profil: es erm\u00f6glicht uns, Aussagen \u00fcber den Farbraum des Druckers, z.B. \u00fcber das tiefste m\u00f6gliche Schwarz, \u00fcber die Graut\u00f6ne, lichte T\u00f6ne, ges\u00e4ttigte T\u00f6ne usw., zu treffen. Ein Profil ist keine Farbkorrektur, sondern eine Art \u00dcbersetzungstabelle, die uns Datenpaare aus Lab-Werten und Ausgabefarbwerten der Druckmaschine liefert. Es bildet somit die Ist-F\u00e4rbung je digitaler Datenkombination ab. Eine druckdatengenerierende Software, z.B. der ColorGATE Productionserver, kann anhand dieser Nachschlagetabelle die Farbwerte aus einem in eine Datei eingebetteten Eingangsfarbraum in den Ausgabefarbraum des Druckers konvertieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist wichtig anzumerken, dass diese \u00dcbersetzung von einem Eingabe- in einen Ausgabefarbraum nur funktioniert, solange alle Parameter und Prozesse, die Einfluss auf die Farbe haben, unver\u00e4ndert bleiben. Denn ein Profil bildet eine Kombination aus Druckprozess, Tinte, Medium und anderen Prozessparametern, die die Farbgebung beeinflussen k\u00f6nnen, ab. Je nach Branche k\u00f6nnen das z.B. Brennkurven in der Keramikindustrie oder Trocknertemperaturen beim Textildruck sein. \u00c4ndern sich diese Parameter, ist theoretisch eine Neuprofilierung notwendig, die Software und Hardware wieder korrekt aufeinander abstimmt. Genauso wie die Maschinenkalibrierung erneut durchgef\u00fchrt werden muss, wenn z.B. ein Druckkopf ausgetauscht wurde, stellt auch die Charakterisierung des Systems in der Software eine Momentaufnahme dar. Selbst wenn Sie keine bewussten \u00c4nderungen an der Konfiguration Ihres Druckers vornehmen, \u00e4ndert sich der Charakter des Drucksystems mit der Zeit, was zu Farbabweichungen f\u00fchren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine L\u00f6sung, um die allzuh\u00e4ufige Erstellung von Farbprofilen zu umgehen, bietet Ihnen z.B. ColorGATEs Media Device Synchronization (MDS): diese erm\u00f6glicht es Ihnen, in der Software einen Referenzzustand zu definieren. Wenn Sie sp\u00e4ter farbliche Abweichungen feststellen, k\u00f6nnen Sie mit der MDS eine Korrektur berechnen, mit der sie gewisserma\u00dfen softwareseitig den Referenzzustand des Druckers wiederherstellen k\u00f6nnen. Dadurch ist gew\u00e4hrleistet, dass sie beim Drucken auf demselben Material jederzeit identische Ergebnisse reproduzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ColorGATE-CEO Thomas Kirschner erkl\u00e4rt, warum im digitalen Farbmanagement Kalibrierung und Charakterisierung unterschieden werden m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":358,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[64,9,67,46],"class_list":["post-55","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-kalibrierung","tag-linearisierung","tag-printing-101","tag-profiler"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.colorgate.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.colorgate.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.colorgate.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.colorgate.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.colorgate.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.colorgate.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":359,"href":"https:\/\/blog.colorgate.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55\/revisions\/359"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.colorgate.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/358"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.colorgate.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.colorgate.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.colorgate.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}